Berufliche Weiterbildung
Berufliche Weiterbildungen sind Qualifizierungen, die vorhandene Kenntnisse erweitern, vertiefen oder ergänzen. Eine häufige Bezeichnung dafür ist "Anpassungsqualifizierung". Unterschieden wird hier noch in betriebliche Weiterbildung und individuelle Weiterbildung, je nachdem, von wem die Initiative ausgeht.
Betriebliche Weiterbildungen werden über die Geschäftsleitung oder die Personalverantwortlichen angeboten und organisiert. Sie können sowohl im Betrieb wie auch extern stattfinden. In einigen Berufsfeldern sind regelmäßige Fortbildungen vorgeschrieben, das gilt zum Beispiel für Berufskraftfahrer oder Röntgenassistentinnen. Je nach (zum Teil auch gesetzlicher) Regelung ist der Arbeitgeber in der Pflicht dies zu finanzieren, oder die Beschäftigten müssen selbst für die Kosten aufkommen.
Von individueller Weiterbildung ist dann die Rede, wenn Beschäftigte, Elternzeitler oder Berufsrückkehrende selbst aktiv werden und sich ein passendes Kursangebot suchen, das der Weiterentwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen dient.
Eine spezielle Form beruflicher Weiterbildung ist die Aufstiegsfortbildung, zum Beispiel vom Gesellen zum Meister. Aufstiegsfortbildungen sind von den Kammern oder vom BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) entwickelte und regulierte berufliche Weiterbildungen. Die Systematik der IHK-Aufstiegsfortbildungen ist einem Informationsblatt (PDF) zu entnehmen. Eine Grafik der Handwerkskammer Hannover stellt die Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk dar. Die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologie (IT) hat das BIBB in einer Grafik dargestellt.
Die rechtlichen Grundlagen für die Aufstiegsfortbildungen sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und in den Meisterprüfungsverordnungen des Handwerks zu finden. Neben diesen bundesweit geltenden Fortbildungsverordnungen gibt es regionale Sonderregelungen. Aufstiegsfortbildungen können durch das so genannte Meister-BAföG finanziell gefördert werden.
In zwölf von den sechzehn Bundesländern können Beschäftigte Bildungsurlaub beantragen, um sich beruflich weiterzubilden. Die Regelungen unterscheiden sich in den einzelnen Ländern, zum Beispiel was die Anzahl der zustehenden Tage im Jahr angeht.
Die Bundesagentur für Arbeit fördert berufliche Weiterbildungen für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Aber auch Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden, etwa wenn sie keine Berufsausbildung haben oder länger als 4 Jahre nicht im erlernten Beruf gearbeitet haben.
Wissenschaftliche Weiterbildung
Zur Beruflichen Weiterbildung zählt auch die Wissenschaftliche Weiterbildung. Das ist eine gesetzlich verankerte Aufgabe der Hochschulen. Ziel ist es, bestimmten Berufs- oder Personengruppen nach ihrer Erstausbildung und mit vorhandener Berufserfahrung ein Studium zu ermöglichen. Adressaten sind außerdem Berufstätige, die schon einen Studienabschluss wie den Bachelor in der Tasche haben.
Zunehmend öffnen sich die Hochschulen auch anderen Zielgruppen: Weiterbildende Studiengänge richten sich an Personen, die nicht mehr oder vorübergehend nicht berufstätig sind, beispielsweise Senioren oder Eltern im Erziehungsurlaub.
Weitere Informationen - unsere Linktipps
Je nach persönlichen Voraussetzungen und dem jeweiligen Erwerbsstatus können berufliche Weiterbildungen durch Förderprogramme der Bundesländer oder des Bundes oder über die Agentur für Arbeit teilweise oder komplett finanziert werden.
Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik Finanzierung & Förderung und beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Weiter durch Bildung - eine Broschüre der Agentur für Arbeit mit Informationen und Tipps zu den Themen Weiterbildungsabschlüsse, Lernformen, Fördermöglichkeiten und Weiterbildungsangebote.
Übersichten über 27 Berufsfelder und ihre Weiterbildungsmöglichkeiten
In diesen Broschüren der Bundesagentur für Arbeit werden ausgehend von den Ausbildungsberufen in einem Berufsfeld beispielhaft mögliche Weiterbildungen und Studiengänge dargestellt.
Weiterbildungsabschlüsse der Industrie- und Handelskammern
Profile von über 80 IHK-Weiterbildungsabschlüssen
Meisterschulen und berufsbegleitendes Studium
Wer seinen Meister machen will, findet hier mehr als 3250 Meisterschulen in ganz Deutschland. Die Suche ist überschaubar nach Berufen gegliedert. Wer berufsbegleitend studieren will, findet Informationen zu mehreren Studiengängen, an deren Ende Abschlüsse wie der Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen oder Handwerksmanagement stehen.
ANKOM - Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung
Im Rahmen der Initiative des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) werden zwanzig Projekte und die wissenschaftliche Begleitung gefördert. Neunzehn Projekte sind an öffentlichen und privaten Universitäten und Fachhochschulen angesiedelt, eins bei einem Bildungsträger. Auf den Informationsseiten der Initiative finden Sie auch Richtlinien für das Studieren ohne Abitur, die von der Kultusministerkonferenz der Bundesländer beschlossen wurden.
Verbundstudium - berufsbegleitend Studieren in NRW
Das berufs- oder ausbildungsbegleitende Verbundstudium ist ein Angebot der Fachhochschulen Nordrhein-Westfalens. Die Kombination von Selbst- und Präsenzstudium gibt auch Berufstätigen die Möglichkeit, sich weiterzuqualifizieren.
Ratgeber "Ausgelernt - und nun? Studieren!"
Die Broschüre der DGB-Jugend bietet Tipps und Infos zum Studieneinstieg nach einer abgeschlossener Berufsausbildung. Sie informiert über die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium und stellt die unterschiedlichen Hochschularten sowie -abschlüsse vor. Außerdem gibt sie viele praktische Hinweise in Bezug auf Studienorganisation und -finanzierung.
Weiterbildung und Studiengänge für Pflegeberufe
Über den Internetauftritt des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums (MGEPA) finden Sie Informationen rings um Aus- und Weiterbildung im Bereich Pflegeberufe, Fördermöglichkeiten und die neuen Modellstudiengänge in NRW.
WissWB-Portal - wissenschaftliche Weiterbildung in Deutschland
Wissenschaftliche Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende Studienangebote von Hochschulen und hochschulnahen Einrichtungen in Deutschland
Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF)
Auf diesem Portal finden Sie mehr als 180 Einrichtungen an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum. Alle sind auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Weiterbildung tätig.
Wissenschaftliche Laufbahn
Auf diesem Portal werden Karrierewege vom Studium über Promotion bis hin zur Professur aufgezeigt. Eine wissenschaftliche Laufbahn kann mit Stipendien und Fördergeldern unterstützt werden. Wer fördert Examensarbeiten, wo werden Doktorstipendien vergeben und welche Stiftungen gibt es überhaupt? Auch hierzu gibt es hier Antworten.
Fernunterricht und Fernlehrgänge
Auf der Seite der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) können Sie nach zugelassenen Fernlehrgängen im gesamten Bundesgebiet suchen. Als PDF zum herunterladen oder als kostenlose Broschüre per Post erhalten Sie dort den Ratgeber für Fernlehrgänge, der regelmäßig aktualisert wird. Neben einem Angebotsüberblick werden u. a. Finanzierung und Teilnahmevoraussetzungen thematisiert.





