Das Bildungssystem in Deutschland

Das Bildungssystem in Deutschland ist vierstufig aufgebaut. Einen guten Überblick bietet die Grafik dazu auf der Internetseite "Bachelor & Master". Die erste Stufe umfasst die Grundschule, es folgen die Sekundarstufen I und II. Dazu gehört auch die für Deutschland typische duale Berufsausbildung, die parallel im Betrieb und in der Berufsschule stattfindet. Zur dritten Stufe zählen die Fachhochschulen und Hochschulen, Berufsakademien und Fachschulen.
Die vierte Stufe, der so genannte quartäre Bereich, beinhaltet alle Formen der Weiterbildung. Dieser Bereich wird häufig auch als Erwachsenenbildung bezeichnet. Auch Fortbildung ist weiterhin zu hören, obwohl der Begriff „Fortbildung“ durch „Weiterbildung“ im entsprechenden Gesetz (Sozialgesetzbuch, SGB III) ersetzt wurde.
Allgemeine, berufliche und politische Weiterbildung
Weiterbildung wird definiert als Fortsetzung des Lernens nach der ersten Bildungsphase bzw. nach Abschluss einer beruflichen Ausbildung oder eines Studiums. Der Bereich ist sehr weit gefasst: Zur allgemeinen Weiterbildung zählen Angebote, die nicht in einem direkten Berufsbezug stehen. Beliebt sind zum Beispiel Sprach- und Gesundheitskurse sowie Angebote zu EDV und Computer.
Da es kaum ein Arbeitsfeld gibt, in dem das einmal Erlernte ausreicht, wird die berufliche Weiterbildung immer wichtiger. Auch eine Umschulung gilt als berufliche Weiterbildung. Berufliche Weiterbildung ist ein zentrales Element lebensbegleitenden Lernens. Sie soll dazu beitragen, nicht nur den beschleunigten technischen und wirtschaftlichen Wandel zu bewältigen, sondern ebenso die gesellschaftlichen Veränderungen, die insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklung eintreten.
Damit Bürger ihr Politikverständnis vertiefen, sich eine eigene Meinung bilden können und aktiv an der Demokratie teilnehmen, wird die politische Weiterbildung gefördert. Die kann sogar Vorträge zur aktuellen Tagespolitik beinhalten. Um sich weiterzubilden, haben Arbeitnehmer grundsätzlich Anspruch auf Bildungsurlaub. In NRW sind das bis zu 5 Tage pro Jahr. Das heißt, Beschäftigte können während der Arbeitszeit Kurse und Seminare besuchen.
Umschulung
Als Umschulung wird das Erlernen eines neuen Berufes bezeichnet. Voraussetzung für eine Finanzierung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung. Meistens übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten. Gründe für eine Umschulung können Berufskrankheiten oder Allergien (z.B. bei Friseuren und Lackierern) sein. Oder es droht die Arbeitslosigkeit, weil der alte Beruf wird nicht mehr genügend nachgefragt wird. Die Umschulungsdauer orientiert sich an der eigentlichen Ausbildungszeit des jeweiligen Berufes – eine Verkürzung ist möglich.
Meistens lernen die Umschüler in einem Ausbildungsbetrieb. Möglich ist auch eine schulische Umschulung an Berufsfachschulen. Die dritte Variante sind Bildungsförderungswerke: Dort werden die neuen Fertigkeiten in Übungswerkstätten gelernt und Praktika in Betreiben absolviert.
Im Berufsbildungsgesetz (BBiG) finden sich alle Regelungen für die berufliche Umschulung. Informationen dazu finden Sie beim BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung).
Die Finanzierung einer Umschulung kann je nach persönlichen Voraussetzungen über die Agentur für Arbeit, über den Rentenversicherungsträger oder über die zuständige Berufsgenossenschaft erfolgen.
Lebenslanges Lernen
Das lebensbegleitende Lernen gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, es steht zunehmend im Mittelpunkt der deutschen und auch der europäischen Bildungspolitik. Es umfasst alle Lebensbereiche von Kindesbeinen an bis in den Ruhestand. Der Wandel von der industriellen Gesellschaft zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft erfordert neue Qualifikationen und die Bereitschaft zum Lernen während des gesamten Berufslebens. "Dabei wird ‚Lernen’ verstanden als konstruktives Verarbeiten von Informationen und Erfahrungen zu Kenntnissen, Einsichten und Kompetenzen." (Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung).
Zentraler Aspekt ist dabei die Selbstorganisation des Lernenden im Lernprozess. Da sich Wissen heute rasend schnell vermehrt, veraltet das einmal Gelernte. Das gilt insbesondere für die Berufswelt. In so gut wie jeder Branche gibt es in kurzen Zeitabständen neue Entwicklungen. Außerdem entstehen ständig neue Berufe. Ob Handwerker, Computerfachmann oder Mediziner – Weiterbildungen sind für alle Berufsgruppen relevant, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und damit auch den eigenen Marktwert zu steigern.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine Broschüre zum Thema "Strategie lebenslanges Lernen" veröffentlicht, die Sie als PDF erhalten können.
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