Tipps zum effektiven Lernen
Eine Weiterbildung kann zeitintensiv sein. Damit Job, Hobbys und Familie nicht zu kurz kommen, sind durchdachte Strategien nötig, um den Lernstoff schnell und nachhaltig zu lernen. Wenn die Lernmotivation gebremst ist, weil Sie schon lange nicht mehr gebüffelt haben oder schlechte Erfahrungen aus der Schulzeit haben, lässt sich das ändern. Der Erwerb neuer Lerntechniken kann sehr hilfreich sein. Für alle übrigens.
Lesen Sie unsere Tipps für eine erfolgreiche Lernstrategie, nutzen Sie unsere Online-Beratung, wenn Sie noch Fragen haben oder lassen Sie sich beraten in einer Weiterbildungsberatungsstelle in Ihrer Region, Stichwort "Lernberatung".
Motivieren Sie sich selbst
Mit Lust am Lernen erzielen Sie die besten Erfolge. Und zwar in jedem Alter. Wichtig ist eine positive Einstellung: Nicht „Ich muss“, sondern „Ich will“ sollte das Motto sein. Wichtig: Setzen Sie sich nicht zu sehr unter Erfolgsdruck, den Rückschläge gibt es immer wieder. Schließlich macht niemand eine Fortbildung einfach so nebenbei. Und wenn Sie nach einem langen Arbeitstag oder am Wochenende wenig Lust verspüren zu pauken, denken Sie an das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben, nach dem Lernen.
Die richtige Lernumgebung
Ob im Büro oder zu Hause – suchen Sie sich einen festen Platz zum Lernen. Um die Konzentration zu erhöhen, ist Ruhe wichtig, deshalb Telefon und Handy ausschalten oder umleiten. Wenn es kein Tageslicht gibt, sorgen Sie mit einer ausreichend hellen Lampe für die richtige Beleuchtung. Um Ablenkung zu vermeiden, sollte auf dem Schreibtisch nur das liegen, was tatsächlich benötigt wird (z.B. Stifte, Marker, Block, Lap-Top, Mineralwasser).
Die richtige Lernzeit
Die meisten Menschen haben ihr Leistungshoch am Vormittag, dann flacht es ab, um am Nachmittag wieder anzusteigen. Am Abend fällt die so genannte Lernkurve dann erneut ab. Andere Menschen wiederum haben einen anderen Biorhythmus: Sie lernen am späten Abend am besten. Finden Sie für sich heraus, wann Ihre Konzentration am höchsten ist und wann Sie schwierige Aufgaben am einfachsten lösen. Klären Sie ab, inwieweit Ihre Hochleistungszeiten in ihren Tagesablauf passen oder womöglich mit den Interessen der Familie kollidieren. Legen Sie dann sowohl feste Lernzeiten als auch die wöchentliche Stundenzahl fest.
Lernen mit allen Sinnen
Studien haben erwiesen, dass der Lernerfolg am größten ist, wenn möglichst viele Sinne am Lernprozess beteiligt sind: Lesen, Sehen, Hören, Sprechen, Schreiben und Tun sind also gefordert. Man spricht von mehrkanaligem Lernen. Jeder Mensch ist zwar ein Mischtyp, meistens dominiert aber ein Sinneskanal. Und so setzen Sie das mehrkanalige Lernen in der Praxis um:
- Machen Sie sich stichwortartige Notizen während der Dozent im Unterricht spricht: Was Sie selbst aufschreiben, lässt sich besser behalten
- Stellen Sie Fragen, wenn Ihnen etwas unklar ist und beteiligen sich an Diskussionen
- Schauen Sie sich Grafiken, Bilder und Zeichnungen zum Thema an
- Lesen Sie schwierige Text-Passagen mehrmals, markieren Sie wichtige Sätze, Argumente oder Positionen mit unterschiedlichen Farben.
- Machen Sie am Buch-Rand Notizen. Falls Ihnen das Buch nicht gehört, legen Sie ein Blatt Papier daneben, schreiben die jeweilige Seite auf und notieren das Wichtigste
- Tragen Sie das, was Sie gelernt haben, einem imaginären Publikum vor
- Sprechen Sie mit Menschen, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen oder sich dafür interessieren
- Wenn Sie den Lernstoff in eigenen Worten gut wiedergeben können, dann haben Sie ihn verstanden.
Lernen zu Hause
Für das Lernen zu Hause benötigen Sie einen hohen Grad an Selbstorganisation und ein gutes Zeitmanagement. Bei der der Bearbeitung des Stoffes können Sie sich vieles leichter machen mit dem Einhalten von Regeln. Prinzipiell ist Folgendes zu beachten:
- Bereiten Sie den Lernstoff des Kurses nach – auch wenn es keine Hausaufgaben gibt
- Lösen Sie schwierige Probleme während Ihres Leistungshochs und leichte Aufgaben während Ihres Leistungstiefs. Vermeiden Sie es, ähnliche fachliche Lerninhalte nacheinander zu lernen
- Vorsicht vor dem so genannten Überlernen: Wer zu viel lernt, etwa vor der Klausur schnell etwas noch Neues, riskiert, dass der Zugriff auf das bereits Erlernte blockiert wird
- Arbeiten Sie mit Karteikarten (Tipps bei studis-online) oder Mind-Maps (Erklärung bei Wikipedia)
- Nur durch Wiederholungen verfestigt sich der Stoff: Das Gelernte sollte zunächst in kurzen, dann in größeren Zeitabständen wiederholt werden. Auch wenn alles "sitzt", sollten in regelmäßigen Abständen Wiederholungen folgen
- Falls Sie eine neue Sprache oder wichtige Formeln lernen, kleben Sie in der Wohnung Zettel mit Vokabeln oder Zahlen auf. Immer wenn Sie einen Zettel sehen, lesen Sie ihn laut vor. Um eine bereits gelernte Fremdsprache lebendig zu halten, können Sie zum Beispiel ausländische Zeitungen online lesen.
Regelmäßige Pausen
Stundenlanges Pauken am Stück ist kontraproduktiv: Die Aufnahmekapazität sinkt. Um einen klaren Kopf zu behalten, sind Pausen ein Muss und sollten vor Beginn des Lerneinheit festgelegt werden. Spätestens nach 45 Minuten sollten Sie sich eine Auszeit von 5 Minuten gönnen. Recken, Strecken und ein paar Schritte gehen steht dann auf dem Programm. Wer nicht bei offenem Fenster arbeitet, sollte das Zimmer durchlüften, denn Sauerstoffzufuhr kann die Denkfähigkeit merklich steigern. Spätestens nach drei, vier Stunden sollten Sie eine größere Unterbrechung einlegen, in der Sie sich mit etwas ganz anderem beschäftigen.
Ausgewogene Ernährung
Beim Lernen vergisst man schon mal das Essen. Doch ohne die nötigen Nährstoffe leistet das Gehirn nicht das Maximale. Daher ist leichte und ausgewogene Kost zwischendurch wichtig. Essen Sie zum Beispiel frisches Obst und trinken Sie ausreichend: Mineralwasser und Kräutertees tun gut.
Belohnung tut gut
Am Ende eines erledigten Lernpensums sollten Sie sich etwas Gutes tun. Ein Kino-Film, das Buch, das Sie schon lange lesen wollten, ein Spaziergang oder Toben mit den Kindern? Überlegen Sie, bevor es an den Schreibtisch geht, wie Sie sich belohnen werden.
Weitere Informationen - unsere Linktipps
Wenn Sie sich noch intensiver mit Lernstrategien beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen die folgenden Internetseiten.
Studis online / Lernen
Überblick über Lerntechniken, die sich zwar an Studierende richten, jedoch genauso für andere Lernende gelten. Ob Auswendiglernen, Mind-Maps, Loci-Methode, Arbeiten am Text oder Lerntipps – wichtig nicht nur fürs Studium, sondern auch für Weiterbildungskurse oder die Abendschule.
Wikipedia - Lernstrategien
Informationen mit weiterführenden Links über psychologische Grundlagen, Vorstellung der unterschiedlichen Lernstrategien, Möglichkeiten der Förderung zum Erreichen besserer Lernziele. Ein Vorgeschmack auf die wissenschaftliche Forschung über Lernstrategien.
Wiki Deutscher Bildungsserver / Lernen
Welche Fähigkeiten braucht der Mensch zum Lernen? Woher stammt das Wort "Lernen" etymologisch? Und wie verläuft ein Lernprozess? Fragen, die beantwortet werden. Zudem weiterführende Links zu Themen, die das Feld "Lernen" berühren.
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